Wie uns KI wie ChatGPT im Beruf unterstützen kann

Autor*in: Jonas Dahm

07.09.2023

Werden ChatGPT und Co. unsere Arbeit ersetzen oder ist KI nur ein weiteres Werkzeug, um unsere Arbeit schneller und effizienter zu erledigen? Wir klären in diesem Artikel auf und stellen dir zwei relevante Tools vor.

Was bedeutet „KI“ überhaupt?

Die Abkürzung „KI“ steht für künstliche Intelligenz. Künstliche Intelligenz bezieht sich auf die Fähigkeit von Maschinen und Computern, menschenähnliche Intelligenz aufzubringen und Entscheidungen zu treffen. Dies wird durch den Einsatz von neuronalen Netzwerken ermöglicht, eine Software, die aus vielen miteinander verbundenen Knotenpunkten besteht und ähnlich wie Neuronen im Gehirn funktionieren, indem sie Informationen verarbeiten. KI wird mittlerweile in vielen Bereichen eingesetzt (zum Beispiel autonomes Fahren und Gesichtserkennung), um Prozesse zu automatisieren, Daten zu analysieren und Probleme zu lösen.

Künstliche Intelligenz im Alltag

Die Technologie ist längst nicht mehr etwas, was nur große Firmen bezahlen und einsetzen können. Auch im Alltag wird KI immer präsenter und unterstützt Menschen dabei, Prozesse zu vereinfachen.

Smartphones der neuesten Generation nutzen beispielsweise Künstliche Intelligenz, um verwackelte Fotos schärfer zu stellen oder Videoaufnahmen zu stabilisieren. Im Fall der Google Pixel Smartphones können diese sogar blinden Personen dabei helfen, Selfies zu machen, indem die KI erkennt und berechnet, wie das Handy gehalten werden muss, damit ein gutes Foto entsteht. Künstliche Intelligenz wird auch eingesetzt, um autonomes Fahren zu ermöglichen. Fahrzeuge, wie beispielsweise der Marke Tesla, können mithilfe von KI alleine fahren, einparken und den Verkehr selbstständig erkennen.

Der Fortschritt ist kaum aufzuhalten

Anfang 2022 hat im Prinzip niemand über das Thema künstliche Intelligenz gesprochen. Aber innerhalb eines Jahres hat sich in diesem Bereich so viel getan, dass das Thema plötzlich in aller Munde war: Nachrichten, Magazine, Social-Media – Künstliche Intelligenz hat viel Aufsehen erregt und tut dies auch heute noch. Grund dafür sind zwei KI’s, die in ihren Spezialgebieten selbst Menschen übertreffen können sollen. Bestimmt hat man schonmal von ihnen gehört: ChatGPT und Midjourney. Nachfolgend werden diese im Detail behandelt.

ChatGPT

ChatGPT ist ein Chatbot, der darauf spezialisiert ist, die menschliche Sprache zu imitieren und zu verstehen. Diese KI kann sich in Textform mit dem*der User*in unterhalten und klingt dabei erstaunlich menschenähnlich. ChatGPT kann Fragen beantworten, Texte zu einem bestimmten Thema verfassen, programmieren und noch vieles mehr. Dabei kann die KI alle möglichen Sprachen verstehen und sprechen.
Diese und noch weitere Themen kann man mit ChatGPT besprechen:

  • Sehenswürdigkeiten für den Urlaub recherchieren
  • Historische Ereignisse erläutern
  • Text für Social-Media-Beitrag schreiben
  • Blogartikel formulieren
  • Programmieren oder einen Fehler im Code suchen

Diese KI kann fast alles erledigen, was mit Texten und Sprache zu tun hat. Diese Antwort bekommt man zum Beispiel, wenn man ChatGPT fragt: „Erkläre kurz und verständlich, wie ChatGPT funktioniert“:

„ChatGPT ist ein künstlicher Intelligenz-Chatbot, der auf der GPT-3.5-Architektur basiert. Diese Architektur nutzt neuronale Netze, um aus riesigen Datensätzen zu lernen und menschenähnliche Gespräche zu führen.

Das Modell wurde mit einer großen Menge an Texten trainiert, einschließlich Büchern, Artikeln, Wikipedia-Einträgen und Online-Texten. Durch das Training auf so vielen Daten konnte das Modell eine Vielzahl von Wissen und Sprachmustern erlernen.

Wenn du eine Frage stellst oder eine Aussage machst, nutzt ChatGPT das trainierte Modell, um die Bedeutung deiner Eingabe zu verstehen und eine passende Antwort zu generieren. Das Modell kann auch Kontext aus vorherigen Unterhaltungen nutzen, um bessere Antworten zu geben.

Während ChatGPT in der Lage ist, auf eine Vielzahl von Fragen zu antworten, gibt es jedoch auch Grenzen, da das Modell nur so gut sein kann wie die Daten, auf denen es trainiert wurde. Es ist wichtig zu beachten, dass ChatGPT auf Textdaten basiert und kein echtes Verständnis oder Bewusstsein hat. Es generiert Antworten auf der Grundlage von Mustern in den Daten.“

Die aktuelle Version des Chatbots (GPT-3.5) beruht auf Daten, die bis ins Jahr 2021 reichen. Das heißt, dass Chat-GPT über aktuelle Themen noch keine Informationen hat und womöglich Antworten liefert, die auf veralteten Infos beruhen.

Midjourney

Midjourney ist eine Software, die mithilfe künstlicher Intelligenz Texteingaben in Bilder umwandelt. Entwickler*innen haben diese KI mit mehreren hundert Millionen Bild-Text-Kombinationen trainiert, sodass die Software nicht nur Motive auf Bildern erkennen, aber auch Text einem Motiv zuordnen und dieses Bild generieren kann. Vereinfacht gesagt wurde Midjourney zum Beispiel ein Bild eines Pandas gegeben und dazu der Text „Panda“. Wird dieser Vorgang mit verschiedenen Bildern wiederholt, lernt die KI mit der Zeit, welche Merkmale ein Panda hat und woran sie einen erkennen kann.

Auf Basis dieser Informationen kann Midjourney ganze Bilder anhand von Texten erschaffen. Die KI kann zu diesem Zeitpunkt nur englische Sprache verarbeiten, aber dafür kann sie das wirklich gut. Übergeben wir Midjourney beispielsweise den Text „realistic photography of New York streets at dawn“, also „realistisches Foto von New York’s Straßen bei Dämmerung“, dann würde Midjourney diese Informationen kurz verarbeiten und innerhalb wenigen Sekunden vier Bilder generieren, die genau das zeigen, was der KI gerade aufgetragen wurde. Die Bilder basieren auf all den Informationen, mit denen die KI trainiert wurde. Diese mischt sie zusammen (Stichworte: New York, Dämmerung, Straßen, Fotografie) und bastelt daraus einzigartige Bilder, die so noch nicht existierten.

Das Erstaunliche ist, dass diese Bilder wirklich sehr realistisch aussehen können und man nur schwer sagen kann, ob es sich dabei um ein echtes Foto handelt oder nicht. Midjourney kann auch Bilder in bestimmten Stilen erstellen. Man kann Midjourney dann sagen, dass das Bild zum Beispiel wie aus einem Comic aussehen, wie von Picasso gemalt, oder wie von einem Kleinkind gemalt aussehen soll. Je genauer die Anweisungen an Midjourney sind, desto bessere und genauere Ergebnisse erhält man.

Werden ChatGPT und Midjourney Menschen ersetzen?

Aufgrund der Möglichkeiten und Fähigkeiten dieser künstlichen Intelligenzen machen sich viele Künstler*innen, Schreiber*innen und Programmierer*innen Gedanken über die Zukunft ihrer Jobs. Allerdings wird es in absehbarer Zukunft nicht dazu kommen, dass KI’s „uns die Jobs klauen“. Dafür sind sie noch zu fehlerbehaftet und brauchen außerdem menschlichen Input, um zu funktionieren.

So kann ChatGPT zwar sehr zuverlässig programmieren, versteht jedoch nicht alle Zusammenhänge und hat insbesondere bei komplexerer Logik Probleme. Da braucht es dann einen Menschen, der diesen Code überprüft und die Fehler behebt. ChatGPT kann beim Programmieren helfen, schnell ein Grundgerüst zu programmieren oder bestimmte Sachverhalte zu erklären, damit ein Mensch die Arbeit noch schneller erledigen kann.
In der Theorie hätte ChatGPT auch diesen ganzen Blogartikel schreiben können, aber dafür sind die Anforderungen einfach zu komplex. Jedoch konnte der Chatbot einige Arbeit abnehmen und kleinere Absätze schreiben, die dann nachträglich händisch verbessert wurden. Ganz ohne menschliche Arbeit geht es dann also doch (noch?) nicht.

Etwas anders könnte es bei Midjourney aussehen. Mit diesem Tool kann jede Person innerhalb Sekunden professionell aussehende Illustrationen, Grafiken und Logos erstellen. Für abstrakte Illustrationen oder anderweitige Grafiken und Bilder, die nicht 100-prozentig realistisch aussehen müssen, ist Midjourney aktuell das beste Tool. Lediglich beim Generieren von realistischen Inhalten wie Menschen, Tieren und Texten hat diese KI noch ihre Probleme.

Midjourney kann auch als Abhilfe und Inspiration für Designer*innen dienen. Erstaunlicherweise ist die KI sehr gut darin, Website-Designs zu konzipieren. Meistens verfolgt sie dabei einen modernen und minimalistischen Ansatz, wodurch ansprechende und einzigartige Designs entstehen, auf deren Grundlage (Web-)Designer*innen aufbauen können. Solche Tools sind clevere Hilfsmittel für den Arbeitsalltag. Sie vereinfachen Prozesse und unterstützen in jeglichen kreativen Arbeitsbereichen, sodass wir effizienter arbeiten können.

Wie wird es weitergehen?

Aktuell gibt es einige KI-Tools, wie beliebige Text-zu-Stimme-KI’s, die eher nur Spielereien und nicht ganz ausgereift sind. Andere hingegen, wie Midjourney und ChatGPT, lassen sich sehr gut in die Arbeit und Workflows integrieren und erleichtern viele Aufgaben. Komplett ablösen werden diese künstlichen Intelligenzen Menschen noch nicht, da sie zu fehlerbehaftet sind und bestimmte Logiken einfach nicht verstehen. Es ist ungewiss, wie sich diese Technologien weiterentwickeln werden, aber man kann jetzt schon beobachten, wie schnell neue Versionen und Funktionen der Tools veröffentlicht werden. Es wird also vielleicht nicht lange dauern, bis der nächste große Durchbruch im Bereich künstliche Intelligenz geschieht.

Autor: Jonas Dahm


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