ChatGPT Ads: AI Advertising kommt nach Deutschland

Autor*in: Kasimir

19.08.2026

Wer Online-Werbung schaltet, kommt bisher an Google, Meta und je nach Zielgruppe vielleicht noch LinkedIn oder Microsoft nicht vorbei. Jetzt kommt ein weiterer Kanal dazu: ChatGPT.

OpenAI testet Werbung in ChatGPT bereits seit Februar 2026 in den USA. Nun wird es auch für deutsche Unternehmen konkret. Ab der Woche des 24. August sollen ChatGPT Ads in Deutschland und weiteren europäischen Märkten starten.

Damit wird aus einem Thema, über das die Marketingbranche seit Monaten diskutiert, ein echter Werbekanal. Die Frage ist nur: Wie funktioniert Werbung in einem Chatbot eigentlich? Und lohnt es sich für Unternehmen, jetzt schon Budget dafür einzuplanen?

Wie Werbung in ChatGPT funktioniert

Werbung in ChatGPT unterscheidet sich von klassischen Google-Suchanzeige. In den bisherigen Tests erscheinen Anzeigen als gesponserter Bereich unterhalb einer Antwort und werden vom eigentlichen Inhalt getrennt dargestellt. Trotzdem ist der direkte Bezug zwischen Chat und Anzeige deutlich erkennbar.

Interessant ist vor allem, in welchem Moment die Werbung ausgespielt wird. Wer ChatGPT nutzt, gibt häufig wesentlich mehr Kontext als bei einer klassischen Google-Suche.

Aus einer Suchanfrage wie „CRM Mittelstand“ wird beispielsweise schnell eine Frage wie: „Wir sind ein Unternehmen mit 50 Mitarbeitern und suchen ein CRM, das sich mit unserem ERP verbinden lässt und auch vom Vertrieb unterwegs genutzt werden kann.“

Für Werbetreibende ist genau dieser Kontext Gold wert. OpenAI beschreibt die eigene Werbelogik als „intent-based“, also stärker an der aktuellen Absicht des Nutzers orientiert und weniger an einem klassischen Nutzerprofil.

Damit rückt ChatGPT näher an Google Search als an Facebook oder Instagram. Statt Menschen aufgrund ihres Interessen-Profils anzusprechen, geht es darum, im richtigen Moment bei einer konkreten Frage aufzutauchen – oft direkt vor einer Kaufentscheidung.

ChatGPT ist nicht der einzige Anbieter, aber der am meisten genutzte!

Neben OpenAI bauen auch andere Plattformen ihre KI-Angebote in Richtung Werbung und Commerce aus. Die größte Reichweite und die meisten Nutzeranfragen liegen aktuell allerdings klar bei ChatGPT.

Microsoft kann Anzeigen aus dem eigenen Advertising-System in Copilot einbinden. Gerade für B2B-Unternehmen kann das interessant werden, weil Microsoft zusätzlich auf Daten aus seinem bestehenden Werbeökosystem zurückgreifen kann.

Amazon verbindet KI und Werbung noch direkter mit dem Einkauf. Produktvorschläge können dort mit Sponsored Products und Sponsored Brands zusammengebracht werden.

Perplexity experimentiert ebenfalls schon länger mit gesponserten Fragen und weiteren Formaten. Wie groß dieser Kanal tatsächlich wird, ist allerdings noch offen.

Der Markt ist also gerade ziemlich in Bewegung. Wer früh Erfahrung sammelt, hat später einen klaren Vorsprung – und der naheliegendste Startpunkt ist derzeit der Kanal mit der größten Nutzerbasis.

Was wird aus Google als Werbekanal?

Google verschwindet dadurch natürlich nicht. Der größte Teil des AI-Advertising-Marktes findet aktuell rund um KI-gestützte Suchergebnisse statt.

Laut den Zahlen aus unserem Research entfallen 2026 rund 82,5 Prozent des AI-Ad-Spends in den USA auf Anzeigen rund um KI-gestützte Suchergebnisse. Gemeint sind vor allem Search- und Shopping-Anzeigen, die neben oder innerhalb neuer KI-Sucherlebnisse ausgespielt werden.

Google integriert Anzeigen bereits in AI Overviews und den AI Mode. Dabei entsteht nicht unbedingt ein komplett neuer Kampagnentyp. Bestehende Search-, Shopping- und Performance-Max-Kampagnen können die Grundlage für diese Platzierungen bilden.

Gerade für Onlineshops wird die Qualität der Produktdaten immer wichtiger. Wenn Google oder später ein KI-Agent Produkte vergleichen und empfehlen soll, muss klar sein, was verkauft wird, welche Varianten verfügbar sind, was ein Produkt kostet und welche Eigenschaften es hat. Das passt auch zu einer Entwicklung, die wir uns beim agentischen Einkaufen genauer angesehen haben: Produktdaten werden nicht nur für klassische Shopping-Anzeigen gebraucht. Sie bilden zunehmend die Grundlage dafür, dass KI-Systeme Produkte überhaupt verstehen und auswählen können.

Das heißt aber vor allem: Google ist die Basis, ChatGPT die Chance. Wer heute Google Ads schaltet, sollte das bestehende Setup sauber halten, Performance Max und Search richtig aufgesetzen, Produktdaten im Merchant Center pflegen und verlässliches Conversion-Tracking prüfen. Und parallel damit beginnen die neuen Vorteile von ChatGPT als Werbe-Kanal zu nutzen.

Was sollten Unternehmen jetzt machen?

Der Start von ChatGPT Ads in Deutschland ist der richtige Moment, um sich mit dem Kanal zu beschäftigen. Wer jetzt erste Erfahrungen sammelt, weiß früher als der Wettbewerb, was für die eigene Branche funktioniert.

Damit das gelingt, sollten drei Dinge stehen.

Erstens die Basis bei Google. Performance Max, Search, Shopping und das Merchant Center laufen weiter und liefern gleichzeitig die Datenqualität, die auch die neuen KI-Kanäle brauchen. Wer dort technische Baustellen hat, sollte sie zuerst lösen.

Zweitens die eigene Website. KI-Anfragen sind häufig konkreter und ausführlicher als klassische Suchbegriffe. Landingpages und Inhalte sollten deshalb typische Fragen der Zielgruppe tatsächlich beantworten und nicht nur auf ein Keyword optimiert sein. Das hilft gleichzeitig bei einem zweiten Thema, mit dem wir uns bei wigital bereits intensiv beschäftigen: GEO, also der Sichtbarkeit in generativen KI-Systemen. Denn bevor ein Unternehmen über bezahlte Platzierungen in ChatGPT nachdenkt, sollte die KI im besten Fall schon verstehen, wer das Unternehmen ist und was es anbietet. Genau vor diese Herausforderung stehen wir aktuell bei vielen Unternehmen.

Drittens das Tracking. Neue Plattformen bedeuten nicht, dass alte Fragen verschwinden. Am Ende muss weiterhin messbar sein, ob aus einer Anzeige eine Anfrage oder ein Kauf entstanden ist. Gerade weil die Reporting-Möglichkeiten der neuen KI-Werbeplattformen noch nicht mit Google oder Meta vergleichbar sind, sollte die eigene Messung sauber aufgesetzt sein.

Und dann kann getestet werden. Mit einem wohlkalkulierten Budget, einer klaren Fragestellung bzw. Zielsetzung, und dem Vorteil, früh dabei zu sein und wertvolle Erfahrungen zu sammeln.

Was wir aus der Entwicklung mitnehmen

ChatGPT Ads bieten spannende neue Möglichkeiten. Allein schon deshalb, weil Menschen KI-Systeme immer häufiger für Fragen nutzen, die sehr nah an individuellen Bedürfnissen und Kaufentscheidungen liegen.

Was sich verändert, ist das Umfeld. Menschen suchen anders, KI-Systeme beantworten immer mehr Fragen direkt und im E-Commerce beginnen Agenten, erste Schritte im Kaufprozess zu übernehmen.

Für Unternehmen heißt das vor allem, die Grundlagen sauber zu bekommen. Gute Inhalte, strukturierte Daten, gepflegte Produktfeeds und funktionierendes Tracking helfen heute bei Google und sind gleichzeitig die Eintrittskarte in die neuen KI-Kanäle.

Wir bei wigital beschäftigen uns bereits intensiv mit diesen Entwicklungen und schauen uns an, welche neuen Möglichkeiten unseren Kunden echte Mehrwerte bringen.

Wie gut findet KI dein Unternehmen eigentlich schon? Mit unserem GEO Check-up auf wigital.ai prüfen wir deine Website auf KI-Sichtbarkeit und zeigen dir, wo noch Potenzial liegt.

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